Herculesstaude
Herculesstaude

Herculesstaude. Die Mitteldolde hat schwere grüne Samen, erkennbar an den durchgebogenen samentragenen Strahlen.

Samen
Samen

Im folgenden Frühjahr keimen sämtliche an der Oberfläche liegenden Samen, sterben aber kurz danach wieder ab.

Rosettenstadium
Rosettenstadium

Rosettenstadium, in dem eine Herbizidbehandlung moeglich ist

Herculesstaude
Herculesstaude

Herculesstaude. Die Mitteldolde hat schwere grüne Samen, erkennbar an den durchgebogenen samentragenen Strahlen.

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Der Riesen-Bärenklau oder auch die Herkulesstaude genannte Pflanze.

 

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum, Syn.: Heracleum giganteum), auch Herkulesstaude oder Herkuleskraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Sie ist eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze. Ursprünglich stammt sie aus dem Kaukasus und ist in Europa und Nordamerika ein Neophyt.

Der Riesen-Bärenklau bildet photosensibilisierende Substanzen namens Furanocumarine, die in Kombination mit Sonnenlicht phototoxisch wirken. Berührungen in Verbindung mit Tageslicht können bei Menschen zu schmerzhaften Quaddeln und schwer heilenden Verbrennungserscheinungen (Photodermatitis) führen. Es wird deshalb empfohlen, beim Umgang mit der Pflanze vollständige Schutzkleidung zu tragen.

Die Herkulesstaude wurde 2008 zur Giftpflanze des Jahres gewählt.



Einleitung

 

In zunehmender Zahl stehen Naturschutzverbände, Grünflächenämter und Grundstücksbesitzer vor dem Problem der starken Ausbreitung der Herkulesstaude (Heracleum mantegazzianum) und damit vor der Notwendigkeit von Gegenmaßnahmen.

Aus Einzelpflanzen, an deren imposantem Anblick man sich noch erfreuen kann, gehen im Verlauf weniger Jahre umfangreiche Bestände hervor, die einzudämmen erheblichen und von Jahr zu Jahr wachsenden Arbeitsaufwand erfordert.

Auf die davon ausgehenden Gefahren, nämlich die Hautverbrennungen beim Menschen, die Giftigkeit und die Verdrängung der einheimischen Pflanzen, soll hier, weil bekannt, nicht näher eingegangen werden.

Es wird vermutlich auf keine Weise gelingen, die Herkulesstaude wieder ganz aus unserer Landschaft zu vertreiben. Wenn man daraus die Folgerung ableitet, gar nichts zu tun oder die Eindämmung auf Kinderspielplätze, Natur- und Landschaftsschutzgebiete und deren Umgebung zu beschränken, unterschätzt man die Ausbreitungsfähigkeit der Pflanze.
Wegen der großen Samenmenge und der Wüchsigkeit auf fast allen Standorten stünde man bald vor nicht mehr zu leistendem Kontroll- und Arbeitsaufwand.
Für die Verbreitung spielt außer dem Wind und dem Wasser (z.B. Bäche) der Mensch die Hauptrolle, sei es, dass er als Imker Heracleum als Bienenweide sät, als Gärtner reife Samenstände im "Unland" ablagert oder die dekorativen getrockneten Dolden mit dem Fahrrad transportiert. Die Verbreitung durch Vögel, Säugetiere und Insekten dürfte die Ausnahme darstellen.
Da es bisher keine natürliche Regulierung der Ausbreitung der Herkulesstaude z.B. durch Fressfeinde oder Krankheiten gibt, muss sie durch den Menschen geschehen.

Verwechslungsmöglichkeiten bestehen vor allem mit folgenden Doldenblütlern:
Dem häufigen Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium)
und einer der Engelwurzarten (Angelica silvestris oder archangelica).

Die Ähnlichkeit mit der Herkulesstaude besteht bei diesen Pflanzen in der großen Blütendolde und dem Samenstand. Die Unterscheidungsmerkmale, nämlich die Größe und Blattformen, können hier nicht aufgezeigt werden.

Im Folgenden werden stichpunktartig Erfahrungen mitgeteilt, die aus mittlerweile zwanzigjähriger Bekämpfungsarbeit hervorgehen.
Sie sollen denen, die neu vor der Aufgabe stehen, das "Lehrgeld" ersparen, dass wir, von praxisfernen Merkblättern angeleitet, anfangs zahlen mussten.

Jedes Vorgehen soll an drei Forderungen gemessen werden:

1. Es muss wirksam sein, d.h. zum Absterben der Pflanze bzw. Samen führen und damit zum Erlöschen des Bestandes.

2. Es muss möglichst zeit- und kraftsparend sein.

3. Es muss möglichst ungefährlich im Hinblick auf Hautverbrennungen sein.